Brohl:

„Pinger Hennesses“

Zur Geschichte der ehemaligen Sattlerei

 

Harald Thon

 

 

Im Jahre 1990 haben wir das Haus Hohlstraße 15 in Brohl, Dorfname „Pinger Hennesses“, erworben. Der Besitz eines alten Hauses verführt dazu, sich mit dessen Geschichte und der seiner Bewohner auseinanderzusetzen. Dabei ist sicherlich von Interesse, dass es sich um ein Haus des „kleinen Mannes“ handelt, dessen Geschichte selten jemand schreibt, und so sei hiermit ein kleiner Beitrag zur Geschichte insgesamt und auch zur Dorfgeschichte geleistet. Es handelt sich um die ehemalige Sattlerei. Das Gebäude ist in der ortsüblichen Bauweise errichtet. Das Erdgeschoss besteht aus mit Lehm vermauerten Bruchsteinen. Das Obergeschoss ist in Fachwerk errichtet. Zum Haus gehört ein Stallgebäude sowie ein Backhaus mit funktionsfähigem „Backes“. Ältere Fotos waren leider keine aufzufinden. Das nachfolgende Foto stammt aus den 20er Jahren und zeigt das Haus im Hintergrund der versammelten Frauen und Mädchen der Nachbarschaft.

 

Die Frage nach dem Alter des Hauses hat uns im Rahmen der Renovierungsarbeiten beschäftigt.

Die dendrochronologische Untersuchung der Eichenbalken des Fachwerkes führte zu dem Ergebnis, dass nicht ohne weiteres austauschbare Eichenbalken auf ein Fälldatum zwischen 1799 und 1809 datieren. Das Haus weist jedoch Balken in Zweitverwendung auf. Ein solcher Balken wurde untersucht mit dem Ergebnis, dass die Eiche um ca. 1580 gefällt wurde. Nach Einschätzung des Landeskonservators auf Basis baugeschichtlicher Merkmale wurde das Haus im späten 18. Jahrhundert oder frühen 19. Jahrhundert erbaut. Es wurde zwar nicht als denkmalwürdig, jedoch als für die Ortsgeschichte bedeutsam eingestuft.

Weitere Möglichkeiten zur Datierung des Hauses sind die Tranchot-von Müffling Karte aus dem Jahre 1811 (Mit viel gutem Willen lässt sich das Haus erkennen- daher Erbauung vor 1811.),

Dorfstraße in Brohl um 1925. Im Hintergrund die ehemalige Sattlerei.